Die Welt da draußen: Wenn die ganze Stadt zum Klassenzimmer wird

DER TAGESSPIEGEL 06.04.2021 von Tanja Dückers

Seit Beginn der Pandemie sind mehr als zwölf Monate vergangen. Ihr Ende ist leider noch nicht absehbar. Wäre es nicht an der Zeit, anstatt auf Biegen und Brechen einen „normalen Schulalltag“ zu erzwingen, temporär andere pädagogische Wege zu gehen? Ist es nicht möglich, angesichts von Milliardenunterstützungen für andere gesellschaftliche Bereiche und Branchen, das Lehrpersonal fortzubilden, Gastdozent:innen zu bezahlen und die Schulen mit Klappstühlen oder Hockern für Unterrichtseinheiten im Hof oder auf dem Sportplatz auszustatten?

Hier fehlt von Seiten der Politik ein Plädoyer für mehr Mut und Kreativität in der Umsetzung innovativer Schulkonzepte in Pandemiezeiten. Dabei lockt jetzt frühlingshaftes Wetter. Die Schüler:innen Berlins haben seit einem Jahr viel erdulden müssen. Dass sie in der Rückschau einmal sagen können: Die Coronazeit hat für meine Schule, meinen Unterricht, auch etwas Gutes, Neues gebracht, wäre mehr als wünschenswert.